Behandlungsmethode: Die kognitive Verhaltenstherapie

Die kognitive Verhaltenstherapie befasst sich unter anderem mit dem Zusammenspiel von Denken, Fühlen und Verhalten. Die Grundidee ist, dass diese drei Bereiche untrennbar miteinander verbunden sind, sich gegenseitig beeinflussen und einander bedingen. Dies spielt sowohl bei der Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Beschwerden als auch deren Therapie eine zentrale Rolle. Im Rahmen der kognitiven Verhaltenstherapie werden wir versuchen, Ihr Denken, Ihre Emotionen und Ihr Verhaltens mithilfe geeigneter Techniken und Übungen aktiv so zu beeinflussen, dass Symptome reduziert werden und Ihr Wohlbefinden gestärkt wird. Typische Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie sind:

  • Aktvitätenaufbau: Wochenpläne zur gezielten Aktivitätenplanung, Reaktivierung vernachlässigter Fähigkeiten und Interessen oder Aufbau neuer Interessen und Fähigkeiten
  • Konfrontations-/Expositionsbehandlung
  • Kognitive Umstrukturierung: Umwandlung krankheitsförderlicher Gedanken in gesundheitsförderliche Gedanken
  • Entspannungs- und Imaginationsübungen
  • Alltagsnahe Strategien zur Regulierung intensiver unangenehmer Gefühle
  • Verhaltensprobe oder Rollenspiele bzw. Training sozialer Kompetenzen
  • Genusstraining

 

Weiter wird in der kognitiven Verhaltenstherapie davon ausgegangen, dass Grundlage all unseres Denkens, Fühlens und Verhaltens das Lernen ist. Im Laufe unserer Lebensgeschichte lernen wir viele hilfreiche und nützliche Dinge in diesen Bereichen. Doch manchmal passiert es, dass einmal erlernte Erlebens-, Denk- und Verhaltensmuster zwar eine Zeit lang sehr sinnvoll und nützlich sind oder uns zumindest so erscheinen, sich dies aber mit der Zeit ändert. Dann können psychische Störungen entstehen. Um dann umlernen oder neue hilfreiche Muster aufbauen zu können, wird in der kognitiven Verhaltenstherapie viel Wert auf einen aktiven Therapieprozess gelegt. Dies bedeutet, dass wir neue schwierige Dinge tatsächlich gemeinsam üben, statt sie nur theoretisch zu besprechen. Hierzu werden wir bei Bedarf auch mal den Therapieraum verlassen und „in der echten Welt“ bzw. an relevanten Orten Ihres Alltags üben, um das Neuerlernte auch wirklich zu festigen.

Auch wenn die kognitive Verhaltenstherapie unseren Behandlungsschwerpunkt darstellt, lassen wir im Sinne einer optimalen und individuellen Behandlung je nach Bedarf auch Techniken und Methoden anderer Therapieverfahren in unsere Arbeit einfließen - damit Sie möglichst gut von unserer gemeinsamen Arbeit profitieren können! So ergänzen wir unser verhaltenstherapeutisches Repertoire bspw. um Elemente der Schematherapie, der emotionsfokussierten Therapie, der Akzeptanz- und Commitment-Therapie, der dialektisch-behavioralen Therapie sowie der achtsamkeitsorientierten Ansätze. Auch Übungen aus Entspannungsverfahren werden wir zusätzlich mit einbeziehen.